Mitteilungsblatt des Ärztlichen Kreisverbandes Würzburg u. Umgebung
Jahrgang 26 / Nr. 2 – April 2017, S. 7

Qualitätszirkel Geriatrie

Zum Thema:
Gesund durch Bewegung im Alter– Ohne Sport geht’s auch!
Alternative Bewegungsformen (Tai Chi, Yoga, Tanzen und Co.) Implikationen für die Gesundheitsförderung bei Älteren

Lange Zeit war die Debatte um Bewegungsempfehlungen für Ältere geprägt von den sportorientierten  motorischen Grundeigenschaften. Ausdauerorientierte Bewegungsformen bilden eine wichtige Basis, aber auch Kraft, Koordination und Beweglichkeit sind wichtig. Interventionsempfehlungen waren daher zumeist die Klassiker: Schwimmen, Walking, Radfahren für die Ausdauer, Gymnastik oder Krafttraining für die Kraft, Gleichgewichtsübungen für die Koordination und Dehnen für die Beweglichkeit. Die Adhärenz bei Älteren gegenüber Bewegung lässt allerdings leider oft zu wünschen übrig. Alternative Bewegungsformen können ein Mittel darstellen, um Bewegung trotz Einschränkungen zu ermöglichen, Bewegungsfreude zu erzeugen, Gesundheitswirkungen zu erzielen und Risiken einzuschränken („sanfte Bewegungsformen“). Fassen kann man hierunter z. B. Tai Chi oder Qigong, Yoga sowie verschiedenste Tanzformen. Gerade letztere haben oft sowieso einen Platz in der Bewegungsbiografie älterer Menschen. Um nur ein Beispiel aufzuführen: Eine große amerikanische Kohortenstudie, welche letztes Jahr veröffentlicht wurde, brachte Tanzen mit moderater Intensität mit einer größeren kardiovaskulären Risikoreduktion in Verbindung als Walking.

An diesem Termin des Qualitätszirkels werden die genannten alternativen Bewegungsformen hinsichtlich Ihrer Wirkungen, Ihrer Anwendung sowie potenzieller Risiken für Ältere besprochen. Außerdem wird dargelegt, welche motorischen Grundeigenschaften diese Bewegungsformen üblicherweise abdecken und welche Modifi  kationen möglich sind um Bewegungsbarrieren zu begegnen. Es werden Vorschläge gemacht, was Ärzte empfehlen können und worauf sie achten sollten.  Hierzu werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso herangezogen wie praktische Anwendungsbeispiele aus der Region. Außerdem wird auf die Möglichkeiten von Bewohnern eingegangen, die in Senioreneinrichtungen leben.

Quelle:
Seite 7 Mitteilungsblatt April 2017