Prävention und Gesundheitsförderung 2017, 3 (12), S. 218-226

Zusammenfassung

Hintergrund
Trotz vieler positiver Gesundheitswirkungen von Bewegung sind Ältere häufig körperlich inaktiv. Hausärzte scheinen für die zielgruppenbezogene Bewegungsförderung in einer günstigen Position sein. Gegenüber ärztlicher Bewegungsberatung bestehen aber auch Barrieren. Im vorliegenden Projekt (PATEN im Rahmen von Capital4Health) zur Bewegungsförderung im Seniorenwohnstift soll u. a. ein entsprechendes Schulungsangebot für Ärzte bereitgestellt werden.
Ziele der Studie sind dafür die Feststellung der schulungsbezogenen Bedarfssituation und die Bewertung eines ersten Schulungsangebots. Die Fragestellungen lauten: (F1) Wie sind die bisherige Praxis, Meinungen und Barrieren sowie Wissen und Kompetenzen von Ärzten hinsichtlich der Bewegungsberatung ausgeprägt? (F2) Welcher subjektive Schulungsbedarf besteht bei Ärzten? (F3) Wie bewerten Ärzte einen initialen Schulungsvortrag?

Methoden
Es erfolgten eine Bedarfsanalyse sowie eine formative Evaluation des initialen Schulungsangebots mittels Fragebögen bei Hausärzten im Raum Würzburg. Für die Fragestellungen F1, F2 liegen Daten von 60, für F3 von 22 Ärzten vor.

Ergebnisse
Nach Meinung der befragten Ärzte sollten durchschnittlich 69 % der älteren Patienten körperlich aktiver sein. Bewegungsempfehlungen geben sie im Durchschnitt 54 % ihrer älteren Patienten. Als Barrieren der Bewegungsberatung werden neben Zeitmangel v. a. individuelle Faktoren der Patienten, wie z. B. Widerstände, genannt. Im Durchschnitt bestehen ein mittleres Wissen zu Aspekten der Gesundheitsförderung und ein hohes globales Fortbildungsinteresse zur Bewegungsförderung bei Älteren. Mit einem initialen Vortrag zeigen sich die Befragten im Durchschnitt zufrieden, berichten einen Wissens- und Kompetenzzuwachs und deuten ein hohes Interesse an weiteren Informationen an.

Diskussion
Es besteht eine leichte Diskrepanz darin, wie viele Ältere aus Sicht der Ärzte körperlich aktiver sein sollten und wie vielen sie Empfehlungen geben. Dies könnte in Zusammenhang mit den genannten Barrieren stehen. Gemeinsam mit dem hohen Interesse der Befragten und der Bewertung des initialen Vortrags verdeutlicht dies den potentiellen Nutzen eines diesbezüglichen Schulungsangebots. Eine zeitliche Ausweitung und der Einsatz interaktiver Methoden sollte zukünftig erprobt werden.

 

Zum Artikel:

Peters et al (2017): Schulung für Ärzte zur Bewegungsförderung bei Älteren